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18
Mai
Oh no, Baby
erst ist bei Dir stundenlang besetzt und als ich Dich endlich erwische, heulst Du mir was vor. Und das einzige, was Du zwischen Deinen Schluchzern herausbringst ist, daß ER nicht mir Dir sprechen will. Daß er Dich wegdrückt, wenn er Deine Nummer sieht oder sofort auflegt, wenn Du ihn mit unterdrückter Nummer anrufst.
Baby, bei aller Liebe, aber warum, verfluchte Scheiße, erzählst Du MIR das? Was soll ich da tun? Was erwartest Du von mir? Bedauern? Mitleid? Anteilnahme? Trost? Nein, Baby, nein. Das übersteigt meine Kräfte. Das alles ist ein nicht enden wollender Alptraum. Bitte weck mich auf und sag mir, daß ich nur schlecht geträumt habe. Sag mir, daß das ein übler Scherz ist, daß Ihr beide mich nur verarschen wolltet. Sag "Ätsch, drauf reingefallen" und lach mich aus. Er spricht nicht mit Dir, na und? Na und, Baby? Soll MIR das leid tun? Für wen? Für Dich? Für ihn? Wegen mir, Süße, kann er vor den nächsten Bus laufen oder einfach tot umfallen. Er spricht nicht mir Dir... WIESO erzählst du MIR das?
Darf ich vorstellen:
Da sitzt Du nun,
Du arme Sau und denkst an den verlogenen Hund und Deine Frau. Seit einer dreiviertel Stunde tutet Dir unter ihrer Nummer der Besetztton entgegen. Störung in der Leitung? Irgendein Fehler? Oder...
Erinnerst Du Dich an diesen Abend, als Du diesen unerwarteten und überaus wichtigen Termin hattest, der sich so lange hinauszog, daß Du erst gegen 22.00 Uhr zu Hause sein konntest? Sie und er auf der Couch, Weingläser auf dem Tisch, die besonderen, die Ihr, sie und Du, aus der Toskana mitgebracht habt. Zwei Flaschen von dem sauteuren Chianti, leer. Und Kerzen, kein anderes Licht, nur Kerzenschein. Gefreut hast Du Dich, daß die beiden sich so gut verstehen. Froh warst Du darüber, daß die beiden so gut miteinander auskommen. Daß sie sich so mögen. Sich sympathisch sind. Und stolz warst Du auf Dein Mädchen. Kümmert sich um Deinen Freund, unterhält ihn, bewirtet ihn und vertreibt ihm die Zeit, damit Du Dir in aller Ruhe im Job den Arsch aufreißen kannst. Nur das Beste für Deinen guten Freund, edelster Chianti, romantischer Kerzenschein, die besonderen Gläser - und Deine Frau. Warum hast Du nichts gemerkt? Wieso warst Du so blind? Oder wolltest Du nichts merken? Blindes Vertrauen in den guten alten Freund, den Du schon von Kindesbeinen an kennst? Der Freund, mit dem Du so viel erlebt hast, dem Du genauso oft aus der Scheiße geholfen hast wie er Dir. Mit dem Du Dich geprügelt hast, mit dem Du geweint, gelacht und gelitten hast. Für den Du die Hand ins Feuer gelegt, dem Du Dein letztes Hemd gegeben hättest. Blindes Vertrauen in sie, die niemals ein Kind von Traurigkeit war, aber immer wußte, wo die Grenzen sind? Sie, die alles für Dich war, so wie Du dachtest, alles für sie zu sein. Sie, die auch aus den schlechtesten Tagen etwas Gutes zu machen wußte. Sie, die allen den Kopf verdrehte, um dann provokativ Dir die Hand unter das Hemd zu schieben. Der Du mit amüsiertem Stolz zuschautest, wenn sie auf Teufel komm raus flirtete um dann lächelnd in Deine Arme zu fallen, Dir und jedem anderen zeigend, an wessen Seite sie gehört. Die, für die Du sogar aufs Land gezogen wärst, in ein windschiefes Bauernhaus mit unkrautüberwuchertem Garten und Milchkannen am Straßenrand. Wärest Du an diesem Abend früher als erwartet nach Hause gekommen, wäre das das Ende Deiner Blindheit gewesen? Was hätten Deine blinden Augen gesehen? Sie und er harmlos auf der Couch? Oder sie und er in Deinem eigenen Bett? Besetzt. Immer noch.
Baby,
heute morgen hast Du mich angelächelt und Dich in meine Arme gekuschelt, anstatt, wie in den letzten Tagen, hastig aufzustehen und in Küche oder Bad zu verschwinden. So warm warst Du und so hart wurde mein Schwanz, dicht an Deiner Hüfte. Und dann hast Du tatsächlich gelacht und Dich noch enger an mich gedrückt. Ich hätte so gerne mit Dir geschlafen, das erste Mal seit Tagen, aber ich konnte es nicht.
Süße, ich weiß nicht, ob Du das verstehen kannst. Ich habe Lust auf Dich, große Lust, aber da ist auch der Gedanke, daß Du an ihn denkst, während wir beide miteinander schlafen. Daß Du Vergleiche anstellst, Dir wünschst, ich wäre er. Daß Du nur aus Gefälligkeit mit mir fickst. Oder daß du vielleicht sogar wieder zu weinen anfängst, während wir miteinander schlafen. Das würde ich nicht ertragen, Babe. Du wirst jetzt vielleicht sagen, daß wir auch miteinander schliefen, bevor er ging. Baby, auch da habe ich mich oft gefragt, woran Du denkst, an wen Du denkst. Aber ich wußte auch, daß Deine Lust echt ist. Du hättest zu ihm gehen können, Du hättest nicht mit mir schlafen müssen. Ich wußte, daß Du mit mir gefickt hast, weil Du mit mir ficken wolltest. Ich wußte, daß Dein Stöhnen mir galt. Jetzt weiß ich das nicht mehr und das schlimmste, das allerschlimmste wäre, wenn Du zu weinen anfangen würdest, während mein Schwanz in dir steckt. Hätte ich heute morgen mit Dir geschlafen, Baby, hättest Du dann an ihn gedacht? Hättest Du die Augen geschlossen und Dir vorgestellt, ich wäre er? Ich liebe Dich. D.
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